LiveZilla Live Chat Software

 

Bonjour Provence

Denke ich an die Provence, kommt mir unweigerlich der Duft von wildem Thymian und Oregano, tiefblauem Himmel, das Zirpen der Zirkaden und Felder von violettem Lavendel in den Sinn. Ja – da wollen wir wieder einmal hin. Die Pfingstferien liegen dieses Jahr ideal. Mitte Juni sind nur wenige Franzosen unterwegs, das Klima ist noch recht mild, aber überwiegend durch Sonne bestimmt. Wir holen unseren Bürstner Argos Time A 650 Alkovenmobil bei Camping Kuhn ab. Die Einweisung auf das fast fabrikneue Mobil ist schnell erledigt – wir sind nicht das erste Mal mit einem Mietmobil der Firma Kuhn unterwegs. Nur die Neuerungen müssen noch erklärt werden, mit dem Rest sind wir schon vertraut. Die Einweisung ist wie immer fachmännisch – auch auf der restlichen Reise wissen wir genau, wie die ganze Technik funktioniert.

Auf der A5 ist mal wieder viel los am Wochenende, deshalb nehmen wir gleich die Autobahn auf der französischen Seite. Der Fiat Dukato hat genug PS unter der Haube, dass wir mit einem auf 110 km/h eingestellten Tempomat entspannt bergauf und – ab fahren können. Der große Alkoven verbraucht erwartungsgemäß bei zügiger Fahrt mehr Sprit, deshalb rollen wir gemächlich dahin.

Für diese Reise haben wir uns nur einen kleinen Teil der Provence vorgenommen, zum Einen, weil wir unserer achtjährigen Tochter auch Gelegenheit geben wollen, auf den Campingplätzen Kontakt zu knüpfen und zum Anderen, weil wir Zeit zum Wandern und Entdecken haben möchten. Auf der ersten Mautstelle an der Autobahn machen wir die unangenehme Erfahrung mit dem elektronischen Zahlsystem. Die automatische Höhenkontrolle stuft uns als Klasse 4 ein (schwerer LKW). Mit seinen 3,15 m sind wir aber bei einer Nachfrage beim Personal ein Grenzfall. Im Ermessensspielraum können wir in Kategorie 2 oder 3 eingestuft werden. Beide Kategorien sind auf jeden Fall günstiger als die Gebühr der Automatik. An den nächsten Mautstellen steuern wir immer das mit Personen besetzte Häuschen an und werden überwiegend vom freundlichen Personal als Klasse 2 günstig eingestuft.

In der Provence locken viele Stellplätze mit geringer oder keiner Gebühr. Das haben wir oft auch schon genutzt, ziehen aber mittlerweile die recht günstigen Camping Municipal den Stellplätzen vor. Pernes-les-Fontaines zum Beispiel hat solch einen netten Platz. Die Stadt ist in ein paar Minuten zu Fuß zu erreichen und im Preis ist der Eintritt ins daneben gelegene öffentliche Schwimmbad enthalten.

Der Luberon ist unser erstes Ziel auf dieser Reise. Wir haben zwei Wochen Zeit. Die Strecken zwischen den sehenswerten Orten sind in kurzer Fahrzeit erreichbar – und zu entdecken gibt es hier wirklich jede Menge. Kleine Städtchen wie St. Santurnin-lès-Apt oder Rustrel wirken, als wäre hier die Zeit stehen geblieben. Wir wandern durch Büsche von wildem Rosmarin, Oregano und Thymian vom Städchen Gordes, das bewacht von seiner Festung auf einem Hügel thront, zum Kloster von Sénanque. Der Lavendel beginnt gerade zu blühen und verströmt schon seinen Duft. Wir erkunden im späten Abendlicht die Ockersteinbrüche von Rustrel und tauchen ein in das unglaubliche Farbenspiel. An einem Samstag verbringen wir den ganzen Vormittag auf dem Markt in Apt, der sich quer durch die Altstadt zieht und auf dem Händler alles anbieten, was es in der Gegend und weit darüber hinaus an kulinarischen Köstlichkeiten hergestellt werden. Ziegenkäse in den verschiedensten Formen, Wurstwaren, Olivenöl, Seife usw. Hier trifft sich die ganze Umgegend zum Einkaufen und Neuigkeiten auszutauschen. Gegen Nachmittag erwischt uns hier ein kurzes Regengebiet und wir sind froh so ein geräumiges Mobil zu haben, während rundum viele in ihren Zelten auf das Ende des langen Nieselregens harren. Auf kleinen Straßen durchstreifen wir die Gegend, machen Pause an Lavendelfeldern oder einfach wo es uns gefällt. Knabbern frisches Baquette oder Pain au chocolat, oftmals aus kleinen Bäckereien, direkt im Holzofen gebacken, die wir auf unseren Fahrradtouren entdecken. Wir nutzen die Möglichkeiten, Olivenmühlen, kleine Läden oder auch einmal kleine Museen zu besichtigen, die am Wegrand liegen.

Auf den Campingplätzen geht es zu dieser Jahreszeit noch ruhig zu und wir treffen viele nette Reisende, die hier ein paar warme Wochen verbringen. Unsere Küche ist mit dabei; wenn wir ein nettes Restaurant entdecken gehen wir einfach mal essen, genießen aber auch einfach die ganz vielen leckeren Dinge, welche die Provence zu bieten hat – genauso wie anscheinend viele Stellplatznachbarn. Der Duft von angebratenen Knoblauch in Olivenöl, frisch gesammelten Kräutern und vieles mehr zieht immer wieder über die Campingplätze.

Viel zu schnell sind die zwei Wochen vorbei, aber wir haben neben den vielen Erlebnissen auch ganz viel Zeit verbracht, im Liegestuhl die Landschaft zu genießen und einfach mal abzuschalten. Die Provence ist einfach eine Reise wert und eins ist sicher – wir kommen wieder mit einem Reisemobil.

Zurück