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Der Sonne entgegen

Der Sommer in Deutschland lässt zu wünschen übrig. Ein Tief folgt dem nächsten. Gut, dass wir ein Wohnmobil gemietet haben. Für zwei Wochen tauschen wir unser Haus gegen eins auf Rädern. Im Internet vergleichen wir unter wetter.com die Vorhersagen für verschiedene Regionen Frankreichs. Unser Ziel war eigentlich die Küste der Bretagne, doch 19°C und leichter Regen ist nicht gerade das Traumwetter, dass uns für unsere Entdeckungstour vorschwebt. Richtig warm wird es erst weiter südlich. Der Vorteil am Wohnmobil ist, dass wir überall noch ein Plätzchen finden können. Wenn mal nicht auf einem Campingplatz, dann auf einem der zahlreichen Stellplätze, die überall zu finden sind.

Bei Camping Kuhn nehmen wir nach einer gewohnten ausführlichen Einweisung unseren ziemlich neuen ixeo IT 664 entgegen und verstauen zu Hause gleich alles, was wir für die Reise brauchen. Keine Vorabreservierung am Urlaubsziel, kein Anreisetermin – einfach Einsteigen und der Urlaub beginnt. Es ist zwar spät nachmittags bis alles verstaut ist, aber das macht auch nichts. Wir fahren so weit wir Lust haben und steuern dann den nächsten Übernachtungsplatz an. Stühle raus, Tisch raus und schon hat sich das schöne Campinggefühl wieder eingestellt.

Wir haben uns nun als Ziel die Haute Provence ausgesucht. Da momentan Hauptreisezeit der Franzosen und eigentlich auch allen anderen Länder ist, ist die Mittelmeerküste unserer Erfahrung nach total überlaufen und auch die Campingplätze belegt. Hier im Hinterland, zwischen französischen Alpen und der Provence, gibt es auch eine Menge zu entdecken - und einen Platz mindestens mit Swimmingpool findet sich trotz Hochsaison immer noch. Auf der Anreise über die Schweiz lassen wir schon die Regenwolken hinter uns und haben eine tolle Aussicht auf die Schnee bedeckten Berge. Der Tempomat steht auf 110 km/h und wir rollen entspannt in den Süden.

Ab Grenoble sind wir auf der Route National über den Col de la Croix durch die der Haute Alps gefahren und nähern uns der Haute Provence. Trutzig bewacht die Zitadelle von Sisteron das „Tor in die Provence“. Ab Sisteron dominieren Olivenbäume die Landschaft. Es wird trockener und das Licht verändert sich. Viele fahren hier einfach nur durch auf ihrer Reise ans Mittelmeer oder in die Provence. Doch links und rechts der Autobahn gibt es so viel zu entdecken und es ist hier weniger touristisch. Forcalquier mit seiner Altstadt und den ganz in der Nähe gelegenen bizarren Steinformationen, den Mourres, lassen sich ganz einfach vom stadtnahen Campingplatz entdecken. Oder Volx mit seinem sehenswerten Olivenmuseum ist auch ein Punkt in unserem Reisetagebuch. Hier in der Gegend kann man noch zwischen Einheimischen in kleinen Dörfern auf dem Marktplatz sitzen und schwatzen oder verschiedene Wanderungen oder Mountainbiketouren unternehmen. Doch wir wollen noch mehr von der Gegend sehen. Die Hochebene von Valensole mit seinen bis zum Horizont reichenden Lavendelfeldern ist im Juli ein Traum. Wir sind hierzu leider etwas zu spät und die meisten Felder sind schon abgeerntet.

Das nächste Ziel ist Moustier-Sainte-Marie. Das kleine Städtchen klebt wie ein Schwalbennest am Berghang. Hier sind eine Menge Touristen unterwegs, was uns aber nicht abschreckt durch die kleinen Gassen zu bummeln. Wir haben auf dem genau gegenüber der Stadt liegenden Campingplatz einen Stellplatz mit toller Sicht. Bei einem Glas Wein sehen wir die Stadt im letzten Sonnenlicht des Tages leuchten und gleich darauf haben wir einen wunderschönen Blick auf die von vielen Lichtern erhellten Gebäude. Es ist wunderbar warm, die Zikaden zirpen – ein perfekter Campingtag.

Der Grand Canyon des Verdun wäre unser nächstes Ziel, aber wir fahren lieber zum weniger touristischen Lac d´Èsparron. Hier nehmen wir einen Platz auf dem Camping le Soleil direkt am See. Ein Platz, wo wir einen ganzen Urlaub verbringen könnten. Das Wasser ist ganz klar und wunderbar erfrischend. Wir können direkt auf dem Campingplatz ein Kanu mieten und den See erkunden. Da wir keinen Termin haben, hängen einfach noch einen Tag dran und genießen den Komfort unseres rollenden Heimes. Langsam müssen wir wieder Richtung Norden. Auf der Karte haben wir noch einen großen See in der Nähe von Gap entdeckt. Der Lac de Serre-Ponçon, einer der größten Stauseen Europas, liegt fast auf unserem Weg. Das Wetter ist laut Internet gut in dieser Region – auf geht’s.

Auf dem Campingplatz „le Rouston“ bei Prunières geht die Saison langsam zu Ende und es sind viele Plätze frei. Wir bekommen einen Traumplatz mit Blick weit über den See in die Berge. Von hier aus kann man Mountainbike oder -wandertouren unternehmen, im nahe gelegenen Gap bummeln, oder einfach herrlich Tage am See verbringen. Eigentlich müssten wir langsam wieder nach Hause, aber es ist so schön hier, dass wir auf der Rückfahrt einen Stopp weniger einplanen und dafür noch einen Tag länger bleiben.

Der Rückweg führt uns von Gap aus über die Route Napoléon. Mit unserem gut motorisierten Mobil ist das kein Problem. Tief eingeschnittene Flusstäler wechseln mit Passstraßen in einer wenig besiedelten, hochalpinen Landschaft. Kleine Campingplätze laden ein, hier ein paar Tage zu verbringen.

Vielleicht beim nächsten Mal.

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