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» Infos zu Zelten
Auf- / Abbau & Standortwahl
Vor der Tour
  • Zelt vor jeder Tour aufbauen, durchchecken. Ersatzteile besorgen.
  • Üben Sie, das Zelt bei Wind, Regen, Dunkelheit und Kälte aufzubauen.
  • Stets eine Reparaturhülse mitnehmen. Bei einem Stangenbruch können Sie die Reparaturhülse über die Bruchstelle schieben, dort fixieren und schon ist das Gestänge wieder einsatzbereit.
  • Zeltstangen unterschiedlicher Länge mit buntem Klebeband markieren, um lästiges Probieren zu vermeiden.
  • Achtung: Reißverschlüsse an Zelten können grundsätzlich aus technischen Gründen nicht vertaped werden. Wer im Bereich der Apsiden auf absolute Wasserdichtigkeit wert legt, muss hier zusätzlich Nahtdichter verwenden und die Reißverschlussnähte einstreichen.

Wahl des Zeltplatzes
Bei der Platzwahl sind zwei Dinge grundsätzlich zu beachten, der Einfluss der Witterung und die Wahl des Standorts bzw. Untergrunds.

Witterungseinflüsse:

- Sonneneinstrahlung
Direkte Sonneneinstrahlung ist meist ein Nachteil. Zum einen erhitzt sich das Zeltinnere und so kann es schon früh morgens unangenehm heiß werden. Zum anderen lässt die UV Strahlung Gewebe schneller altern. Beim Wintercampen oder Trekking in höheren Regionen kann es durchaus angenehm sein, wenn einem die ersten Sonnenstrahlen wärmend entgegenkommen.

- Wind
Der Haupteingang sollte immer im Windschatten liegen. Ansonsten kann der Wind in den geöffneten Eingang strömen und das Zelt mitreißen. Ferner ist darauf zu achten, dass das Zelt mit der schmalen Seite im Wind steht und so eine geringere Angriffsfläche bietet. Bei Wind alle verfügbaren Sturmleinen verwenden.

- Regen
Bei Regen sind Zelte mit gekoppeltem Innen- und Außenzelt unschlagbar. Beim Aufbau wird das Innenzelt nicht nass, da es vom Außenzelt geschützt wird. Und beim Abbau können die beiden Zelte getrennt werden. So kann das relativ trockene Innenzelt vom nassen Außenzelt unabhängig verpackt und transportiert werden. Dadurch verhindert man ein allzu nasses Innenzelt und beugt Schimmel- und Stockflecken vor. Ein weiterer Vorteil ist, dass man das Außenzelt einzeln besserausschütteln kann.

- Schnee
Schnee ist ein besonderer Fall. Er kann steinhart, federleicht oder nass und schwer sein. Darum gibt es nicht den einen optimalen Aufbau beim Wintercampen. In jedem Fall sollten die Schneelappen genutzt und mit Schnee beschwert werden.

  • normaler Schnee:
    Man kann aufbauen wie im Sommer. Allerdings sollte man breitere Heringe bzw. Schneeanker benutzen.
  • loser Tiefschnee:
    Hier sollte man graben, bis der Schnee etwas fester ist und den Platz dann feststampfen um eine bessere Standfläche zu erhalten. Lässt sich das Zelt mit Schneeankern nicht abspannen, so kann man auch zu anderen Mitteln greifen. Schneegefüllte Packbeutel, Skistöcke und Ski können benutzt werden. Diese besser eingraben als stecken.
  • harter Schnee:
    Im besten Fall kann hier das Zelt wie im Sommer aufgestellt und abgespannt werden. In hartem Schnee können normale Heringe benutzt werden.
  • Windschutz:
    Bei besonders starkem Wind empfiehlt es sich, einen Schneewall zu bauen (aus Blöcken oder durch aufschaufeln), um den schlimmsten Böen die Kraft zu nehmen. Um starkem Wind weniger Angriffsfläche zu geben und um zu vermeiden, dass er unter das Zelt gerät, sollte man das Zelt etwas tiefer in den Schnee stellen. Tiefer als die halbe Zelthöhe sollte es jedoch nicht eingegraben werden, da man sonst riskiert, dass die Eingänge oder das ganze Zelt zuschneien oder -wehen.
  • Allgemeine Tipps im Schnee:
    Wenn das Zelt steht, sollte man versuchen, den Schnee auszunutzen, um es sich gemütlich zu machen. In der Apsis kann man ein Fußloch graben, so dass man im Innenzelt so bequem sitzen kann wie auf einem Stuhl. Eine Küche ist leicht "gemauert" und Schnee zum Schmelzen sollte in greifbarer Nähe sein.

- Gewitter
Bei Gewitter sollte man soviel Abstand von einem Baum/Masten halten, wie dieser hoch ist. Zelte mit Glasfasergestänge sollte man verlassen und einen sicheren Ort aufsuchen. Zelte mit Metallgestänge ? wenn der Abstand im Inneren zum Gestänge groß genug ist und man sich zusätzlich auf eine Isomatte setzt - bieten geringen Schutz. Aber auch hier empfiehlt sich das Aufsuchen eines sicheren Ortes. Exponierte Lagen sind in jedem Fall zu vermeiden.

Topographie:

Aufbauplatz sollte eine möglichst ebene Fläche und nicht am Hang sein. Untergrund sollte möglichst eben sein, spitze Steine und Wurzeln vermeiden oder ggf. entfernen.

-Senke
Eine Senke bietet Windschutz. Dabei ist zu bedenken, dass die Nachteile schwer wiegen können. Kommt es zu Regen, sammelt sich schnell Wasser. Speziell in kalten Regionen und beim Wintercamping ist zu beachten, dass kalte Luft absinkt. Dementsprechend kann es in einer Senke schnell kälter werden als nur wenige Meter weiter.

- Flüsse und Seen
Das Campen an Flüssen und Seen hat den Reiz des Romantischen. Will man früh aufbrechen, wiegt ein Nachteil schwer. In Gewässernähe bildet sich mehr Kondenswasser. Dieses schlägt sich im Zelt und auf Schlafsäcken nieder. Hat man also keine Zeit, die Ausrüstung während des Frühstücks zu trocknen, so sollte man größeren Abstand einhalten. Desweitern besteht in der Nähe von Flüssen, an der  Innenseite von Flussgebieten und auf Flussinseln Hochwassergefahr.

- Wurzeln und Steine
Klar, beides ist störend. Um länger Freude an einem dichten Zeltboden zu haben, sollte man spitze Steine möglichst entfernen und eine Zeltbodenunterlage benutzen.

- Bäume
Bäume können Schatten spenden und vor zu starkem Regen schützen, nur bei Wind sollte man vorher überprüfen, dass das Astwerk nicht morsch ist. Auch auf harzende Stellen sollte man achten. Harz ist nur schwer wieder zu entfernen.

- Steinschlag
Es sollte ein gehöriger Sicherheitsabstand zu Wänden und Steinschlagrinnen eingehalten werden.

- Lagerfeuer
Zu Feuer gebührenden Abstand halten und die Windrichtung beachten. Funkenflug kann schnell Löcher in die Zeltwand brennen.

Aufbau

  • Gestänge-Segmente sorgfältig zusammenfügen. Die Verbindungsstellen müssen komplett eingeführt werden, sonst können sie leichter brechen.
  • Gestänge in den Kanal einführen und ganz durchschieben.
  • Beim Auf- und Abbau nicht auf Material oder Stangen treten.
  • Alle Abspannleinen sorgfältig ausspannen und befestigen
    Heringe nicht in den Boden treten. Vorsichtig mit einem Stein oder Holz in den Boden schlagen.
  • Mit dem Reißverschluss schonend umgehen, der Reißverschluss ist immer ein Schwachpunkt eines Zeltes.
  • Bei Family-Zelten: Erst Außenzelt abspannen, danach das Innenzelt. Das Innenzelt braucht Abstand zum Außenzelt.
  • Immer für ausreichend Belüftung sorgen.
  • Zusätzliche Abspannleinen sind nur bei Wind ab ca. 60/70 km/h notwendig, die Zelte haben genug Grundsicherheit.
  • Passen Sie auf, dass die diversen Packbeutel nicht verloren gehen/wegfliegen. Am besten gleich unter das Zelt legen.

 Abbau

  • Gestänge aus den Stangenkanälen herausschieben. Auf keinen Fall ziehen, da man sonst das Gestänge in die einzelnen Segmente zerlegt.
    Das Gestänge von der Mitte her zusammenlegen. Die Spannung des Gummis ist so gleichmäßig verteilt.
  • Heringe sofort einsammeln und Abspannleinen separat verschlaufen.
  • Beim Zusammenrollen muss man darauf achten, dass das Zelt trocken ist, da bei langem Transport das Gewebe nicht atmen kann und dadurch Stockflecken entstehen können.
  • Ist das Außenzelt nass, wird das Innenzelt ausgeschüttelt oder -gekehrt, dann herausgeknüpft und separat verpackt.
  • Das Gestänge nicht hinterher in den gefüllten Packsack mit Gewalt hineinzwängen, da sonst Beschädigungen am Zeltmaterial entstehen können. Am besten das Gestänge mit dem Zelt zusammenrollen.
  • War das Zelt nass, bitte vor Einlagerung gut reinigen, trocknen lassen und Reparaturen sofort vornehmen.


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